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Bildungsminister Christoph Wiederkehr hat heute angekündigt, die Ausgabe von Chromebooks und iPads an den Schulen nach hinten zu verschieben. An der Europa Mittelschule Wörgl hat man mit dieser Situation bereits konkrete Erfahrungen in der Praxis gesammelt.

Fokus auf Grundkompetenzen in der ersten Klasse

Bisher wurden die digitalen Endgeräte standardmäßig zu Beginn der 5. Schulstufe (1. Klasse) ausgegeben. Ab dem Schuljahr 2027/28 wird diese Praxis umgestellt: Die Schülerinnen und Schüler erhalten ihre Geräte künftig erst im zweiten Semester der 6. Schulstufe (2. Klasse). Im kommenden Schuljahr 2026/27 läuft die Verteilung noch einmal wie gewohnt ab dem Herbst.

Das Ministerium begründet diesen Schritt mit internationalen Studien. Demnach soll in den ersten eineinhalb Jahren der Sekundarstufe I der Fokus wieder stärker auf den Grundkompetenzen wie Lesen, Schreiben und dem Aufbau der Klassengemeinschaft liegen, da die digitale Selbstregulation bei jüngeren Kindern oft noch nicht voll ausgereift ist.

An der Europa Mittelschule kennt man den Schulalltag ohne eigene Erstklässler-Geräte bereits aus der Praxis, da die Schule in diesem Schuljahr keine Chromebooks für die ersten Klassen erhalten hat. Das Lehrerteam konnte dadurch direkt beobachten, wie sich der Unterricht und das soziale Miteinander im ersten Jahr gestalten, wenn keine eigenen Chromebooks dauerhaft im Klassenzimmer präsent sind.

„Der pädagogische Nutzen muss bei digitalen Werkzeugen immer an erster Stelle stehen. Unser aktueller Praxis-Testlauf zeigt ganz klar, dass punktuelle, gut vorbereitete Einheiten in der fünften Schulstufe vollkommen ausreichen. Wir blicken der neuen Regelung des Ministeriums daher absolut gelassen entgegen“, so Direktorin Claudia Erharter.

Die Tatsache, dass heuer keine eigenen Chromebooks ausgeteilt wurden, war einem Problem bei der Ausschreibung der BBG geschuldet. Dennoch stieß dieser Umstand bei vielen Eltern auf positive Resonanz – sie begrüßten den gerätefreien Start in der ersten Klasse.

Gezielter Einsatz statt Dauerpräsenz

Die spätere Geräteausgabe ändert nichts am Stellenwert der „Digitalen Grundbildung“, allerdings wird die Organisation flexibler. Ab dem Schuljahr 2027/28 können die Schulen die Stunden autonom über die vier Schuljahre verteilen. Das bedeutet auch, dass das Fach nicht zwingend bereits in der ersten Klasse unterrichtet werden muss, sondern zugunsten einer höheren Stundenanzahl in den Folgejahren auch erst später starten kann.


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